Rund um die Kö 2026 – Zehn Jahre Radsportkultur im Rennzirkus
Wir treffen tatsächlich noch immer zahlreiche Menschen in Düsseldorf, die erstaunt reagieren, wenn sie hören, dass Düsseldorf seit 1968 auf der Königsallee ein Radrennen hat. Für uns beruhigend, weil wir wissen, dass Rund um die Kö noch Steigerungspotential hat, aber auf der anderen Seite versuchen wir seit mittlerweile zehn Jahren, das Rennen auf der Kö mitten in die Gesellschaft zu holen. Eine lange Reise, da gönnen wir uns doch gleich mal einen Blick zurück. Doch zuerst appellieren wir an euch. Einfach weil Rund um die Kö kein Selbstläufer ist, sondern noch immer ein Radsportevent aus der Radsportcommunity für die Radsportcommunity.
Wir lieben Rund um die Kö, aber es kostet Herzblut, manchmal auch Nerven, dazu uns vom Kernteam viel Zeit. Geld verdienen wir damit keines, höchsten ein klein wenig Ruhm, aber dafür opfern wir unsere Freizeit. Wir machen das, weil uns Rund um die Kö am Herzen liegt. Und wir freuen uns, wenn ihr uns helft, das Kö-Rennen auch in diesem Jahr zu einem durch und durch positiven Event für alle zu machen, die das Fahrrad auf der Königsallee feiern möchten. Wenn du dich fragst, was du beitragen kannst: trag dich in die Helfer*innen-Liste ein und gestalte mit uns den Tag. Sorg mit dafür, dass Rund um die Kö zu dem Event wird, dass für viele Veranstaltungen ein klein wenig Vorbild geworden ist und als Kriteriumsrennen mitten in der Innenstadt vielfältigen Radsport sichtbar macht. Keine Angst, wir versuchen allen die Jobs zu geben, bei denen sie Spaß haben, vom Gitter-Auf- und Abbau-Workout bis zum Getränkewagen gibt es zahlreiche Aufgaben für alle. Wir sagen im Vorfeld Danke, dass ihr uns unterstützt. Und auch wenn wir in diesem Jahr wahrscheinlich kein Trikot anbieten können, so werden wir doch bemüht sein, euch allen ein kleines besonderes Giveaway zukommen zu lassen.
Wer heute die KI bemüht und sich über Rund um die Kö informiert, liest Sätze wie „Über die Jahrzehnte hinweg sah das Event Auftritte ganzer Nationalmannschaften, erlebte aber auch Jahre der Bedeutungslosigkeit und temporäre Ausfälle.“ Man darf das sicherlich auch parallel zur Entwicklung des Radsports betrachten, wobei der Neustart vor zehn Jahren weniger dem Zeitgeist geschuldet war, sondern eng mit dem Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf zusammenhing.
Um die Abläufe für den Grand Départ zu proben, durfte Düsseldorf 2016 mit dem Race am Rhein ein Event aus dem Hut zaubern, dass mit einem 46 Kilometer langen Rundkurs unsere Heimatstadt mit Erkrath, Ratingen und Mettmann verband und insgesamt 3900 Radfahrer*innen auf die Strecke holte. Parallel wurde Rund um die Kö gepimpt und aus dem Dornröschenschlaf der vorherigen Jahre geholt. Die Steinstraße wurde zum Radsport-Hotspot mit allerlei Ständen, auf der Kö selbst wurden die klassischen Rennformate gefeiert. Zeitgleich war das unser Einstieg in die weite Welt der Radsport-Veranstaltungen, Dank der Unterstützung der Rad-Race-Crew, der U-Lock-Justice-Crew und Fixedpott durften wir unsere Idee vom zeitgemäßen Radsport in Form eines Fixed-Crits für ein kleines Zeitfenster auf der Königsallee umsetzen. Wenn wir uns heute in Gedächtnis rufen, dass dank Paul von Fixedpott ein Alfred Bobe Jr. aus Brooklyn am Start war, wissen wir, welches Kribbeln diese erste Geschichte erzeugt hat. Und Alex vom Team LifeisaRide hat die Fackel aufgegriffen und seither die Königsallee in jedem Jahr mit einem FixedCritt um ein sehr wichtiges Rennen bereichert. Wer sich mal einen kleinen Blick zurück gönnen und den Blick des Schreibers dieser Zeilen von vor zehn Jahren aufnehmen möchte: hier geht’s zu einem Artikel nach dem großen Wochenende, dass ein klein wenig den Startschuss für Rund um die Kö 2.0 setzte. (LINK!)
Wer sich die Bilder von vor zehn Jahren ansieht und liest, wer alles am Start war, sieht schon damals, dass sich eine Crew um Mütze, dem Porno Al Forno Schlüssel Team und vielen anderen auf den Weg gemacht hat, um mit ehrenamtlichem Engagement den Radsporttag auf der Kö zu pimpen.
In den Folgejahren halfen neben den zahlreichen freiwilligen Helfer*innen die SG Radschläger und der Cycling Club Düsseldorf und nun bling, Rund um die Kö ein neues Gesicht zu geben. Ob Petit Départ oder die Offizielle Düsseldorfer Stadtmeisterschaft, ob Laufrad-, Lastenrad- oder Faltradrennen, die Düsseldorfer Königsallee wurde in den letzten Jahren zu dem Spektakel mit Mitmachformaten für fast alle Radbegeisterten, die Düsseldorfs Vorzeige-Boulevard auch mal im anderen Kontext genießen möchten als im Shopping-Modus. Unser bewusster Bruch mit Konventionen, der am Anfang sogar die Security der Kö-Galerie dazu brachte, uns im Rahmen von Promo-Bilder-Aufnahmen aus dem Eingang zu bitten, hat sich auf der Reise über die Jahre zu einem Event entwickelt, das auch auf der Kö von vielen Unternehmen begrüßt und unterstützt wird, die verstehen und schätzen, was wir da veranstalten. Inklusive des Managements der Kö-Galerie.
In den letzten Jahren wurde der Wind für Veranstaltungen in der Radsport-Community rauer, die negativen Nachwehen des Corona-Booms trafen viele Marken hart, Marketing-Budgets wurden ebenso zusammengestrichen wie Stände auf lokalen Events. Wir haben mit sipgate seit Jahren einen formidablen lokalen Partner, der uns unterstützt und auf dessen Campus wir mit dem Eröffnungsabend zu Gast sein dürfen. Und wir haben uns in diesem Jahr sehr über die Last-Minute-Unterstützung der Stadtsparkasse Düsseldorf, von Blackbear Real Estate, Shimano und Orbea gefreut, die Rund um die Kö in diesem Jahr neben vielen anderen Sponsoren möglich gemacht haben.
Nun noch ein Appell: liebe Sportlerinnen und Sportler: meldet euch an. Kommt nach Düsseldorf, fahrt bei einem der Rennen mit und seit Teil des Radsporttages. Für euch alle machen wir das, gleichgültig ob ihr drei Jahre alt und die tollste Laufradfahrerin der Nachbarschaft seid oder im Rahmen des Elite-Rennens um Punkte kämpft. Legt los, ihr Lastenradpilotinnen, macht mit beim besten Geschicklichkeitsparcour seit Spiel ohne Grenzen. Kommt mit eurem getunten Falt- oder Klapprad und rast muskelbetrieben über die Kö, wie ihr schon immer über die Kö rasen wolltet. Seid dabei und zeigt uns, dass euch Rund um die Kö genau so viel bedeutet wie uns.
Und falls ihr euch fragt, warum es bei Rund um die Kö kein Jedermann-Rennen gibt: das gibt es. Es ist jedoch ein Team-Event für vier Fahrer*innen und heißt Stadtmeisterschaften. Für ein übliches Jedermann-Rennen ist die Kö mit ihren vier scharfen Kurven und der schmalen Strecke in unseren Augen nicht das richtige Umfeld. Sollten wir die Strecke irgendwann verlängern und entzerren können, so laden wir sehr gerne die Jedermänner ein. Bis dahin dürfen sich die Frauen über ihr exklusives Rennen um die Kö-Königin freuen, ein Umstand, der in Deutschland noch immer zu selten ist.
Am 9. August erwartet euch auf der Kö unser wilder Mix Aus guter Musik, spannenden Rennen, großartigen Menschen und unschlagbarer Atmosphäre. Auf dem angrenzenden Corneliusplatz gibt es erstmals einen großen Bereich für Kids, dazu einen Teilemarkt, nicht nur für Klassiker. Foodtrucks, Getränkestände, Aussteller und Mitmachstände laden zum Verweilen, ebenso wie die legendäre Liegestuhlarmada entlang der Strecke. Die Teams von Cycle Zirkus, dem Porno Al Forno Schlüssel Team, Lemon Cycling und SocialKRide werden es wieder krachen lassen, Radsportstimmung in der XXL-Ausgabe.
Also, los geht’s, am 6. August starten wir in ein grandioses Wochenende, freut euch mit uns auf den Startschuss auf dem sipgate-Campus und seid dabei, wenn die Paarungen der Stadtmeisterschaften gelost werden. Eintritt frei! Und mit Breakaway Femmes zeigen wir einen wichtigen Film für die Geschichte der Tour de Femmes, dazu wird Michael Scheibenreiter wieder pushende Beats und Samples zum Gold-Sprint-Rennen auf dem wahoo-KICKR-Bike liefern.
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Wir rocken die Königsallee – hoch lebe Königsallez!